Das Trägheitsmoment: Spezial- und Sonderfälle berechnen
In diesem Artikel werden Spezialfälle / Sonderfälle für das Trägheitsmoment beschrieben. Es wird dabei Beschrieben, was die Besonderheiten jedes einzelnen Spezialfalls sind und wie die Berechnung des Trägheitsmoments in jedem der Sonderfälle funktioniert. Dieser Artikel gehört zum Bereich Physik / Mechanik.
Das Trägheitsmoment
Das Trägheitsmoment, oft auch Massenträgheitsmoment genannt, gehört zu den physikalischen Größen der klassischen Mechanik. Es beschreibt den Widerstand, den ein starrer Körper einer Änderung seiner Rotationsbewegung entgegensetzt. Neben den klassischen Formen des Trägheitsmomentes existieren verschiedene Spezialfälle, für die eine vereinfachte Berechnungsweise gilt.
Allgemeine Formel zur Berechnung des Trägheitsmomentes:
Bei bekannter Massenverteilung eines Körpers errechnet sich aus folgendem Volumenintegral das Massenträgheitsmoment J:
Formeln für die wichtigsten Sonderfälle des Trägheitsmomentes
1. Trägheitsmoment bei gleichmäßige Massenverteilung
Bei der gleichmäßigen (homogenen) Massenverteilung ist die Dichte innerhalb eines physikalischen Körpers an jedem Punkt konstant. Deshalb ist es bei der Berechnung dieser Spezialfälle erlaubt, die Dichte vor das Integral zu setzen. Die Formel für Körper mit homogener Dichte vereinfacht sich somit folgendermaßen:
2. Trägheitsmoment rotationssymmetrischer Körper
Ein rotationssymmetrischer Körper rotiert um seine eigene Symmetrieachse z. Deshalb lässt sich das Trägheitsmoment für diese Sonderfälle vereinfacht anhand von Zylinderkoordinaten berechnen. Voraussetzung dafür ist, dass entweder der Radius als Funktion der z-Koordinate oder die Höhe als Funktion des Radius bekannt ist.
Die jeweilige Integration lässt sich damit vereinfacht ausführen. Die Formel lautet:
bzw.
Beispiel – Zylinder:
Beispiel für die Berechnung des Trägheitsmoments eines Zylinders bei Rotation um seine Längsachse
3. Trägheitsmoment bei zueinander parallelen Achsen - Satz von Steiner
Diese Spezialfälle sind dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die Drehachse 2 in Bezug auf die durch den Körperschwerpunkt verlaufende Drehachse 1 um einen bestimmten Abstand d verschoben ist.
Das Trägheitsmoment bei Parallelverschiebung der Rotationsachse
Sofern das Trägheitsmoment J1 für die Achse, die durch den Körperschwerpunkt verläuft, bekannt ist, lässt sich das Trägheitsmoment J2 für jede andere beliebige, parallel verschobene Drehachse berechnen. Grundlage dieser vereinfachten Berechnung ist der Steinersche Satz. Es gilt folgende Formel:
Der Abstand der parallel verschobenen Drehachse zur Schwerpunktachse ist d.